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Launen der Natur (1988)
Igor Akimuschkin
Verlag: VEB F.A. Brockhaus Verlag Leipzig
Genre: Sachbuch
ISBN 3-4920-4517-0
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Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Buch schon gelesen habe, und ich lese es immer wieder. Diese Sammlung interessanter Geschichten aus unserer Umwelt, bietet sowohl Wissenswertes als auch Unterhaltsames. Keine Frage an die Natur bleibt unbeantwortet, welches ist die giftigste Schlange, geht der Krebs rückwärts und vieles mehr. Das Buch strotzt von Geschichten, die einem ein Staunen ins Gesicht Zaubern und bietet sogar Storys, in denen niedliche kleine Viecher von „angeblichen Verhaltensforschern“ nach Strich und Faden verarscht werden, wie der folgende Auszug aus dem Buch zeigt: „In geschlossener Formation bewegen sich auf der Suche nach Futter die Raupen der Kiefernprozessionsspinner. Dicht aufgerückt folgt jede Raupe der vor ihr kriechenden, wobei sie diese mit ihren Härchen berührt. Die Raupen sondern dünne Spinnfäden ab, die den Nachfolgern als eine Art Leitseil dienen. Die Leitraupe führt diese ganze hungrige Armee auf neue >>Weideplätze<< in den Wipfeln von Kiefern. Der namhafte französischer Naturforscher Jean Fabre hat einmal den Kopf der vordersten Raupe an den >>Schwanz<< der letzen in der Kolonne geschoben. Die bisher vordere ergriff das Leitseil und verwandelte sich sogleich aus einem >>Anführer<< in einen >>Gemeinen<<, folgte jener Raupe dichtauf, mit der sie jetzt Kontakt hatte. Kopf und Schwanz der Kolonne waren so miteinander verbunden, und die Raupen krochen nun sinnlos im Kreise am Ort – am Rand einer großen Vase entlang. Warum konnten sich die Raupen nicht aus dieser unsinnigen Situation befreien? Man legte Futter neben sie, aber sie beachteten es gar nicht. Eine, zwei Stunden vergingen, es vergingen Tage, die Raupen aber krochen und krochen wie unter einem Bann immerfort ihre Runden. Eine ganze Woche zogen sie so ihre Kreise, dann zerfiel die Kolonne: Die Raupen waren derart entkräftet, dass sie sich nicht mehr weiter bewegen konnten“.
Und wenn sie nicht verhungert wären, dann krochen sie noch heute.
Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch aus dem ehemaligen Ostblock, und ich konnte im ganzen Buch keine bösartige kommunistische Propaganda finden, also auch der moderne Kapitalist kann sich das Buch durchaus ohne Sorgen zu Gemüte führen, sofern man es denn heute noch irgendwie in die Hände bekommt, dieses Kleinod der Sachliteratur.
(skip 2 my lou)
ps: Rettet den Kiefernprozessionsspinner. Helft, dass diese grausamen Experimente endlich ein Ende finden. Wenn ihr helfen wollt, dann schickt eine Mail an:
kiefernprozessionsspinner@microsoft.de
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