film|kritiken

Unsere Meinung wird euch noch lieb und teuer sein.
Denn als Kinosüchtige werden wir in dieser Rubrik
gnadenlos unsere Gedanken zu aktuellen, aber auch
alten Filmen, veröffentlichen.




home


board

film kritiken

grafik

buch tips

musik

asia-eck

krimskrams

tabs/chords

spiele tests

download tips

surf tips

polls

gästebuch

news-archiv

impressum



white|russians

andi
toast
kicki




Kill Bill: Vol. 1 (USA, 2003)


OT: Kill Bill: Vol. 1
Regie: Quentin Tarantinos
Hauptdarsteller:
Uma Thurman, David Carradine, Luci Liu, Daryl Hannah, Sonny Chiba, Chiaki Kuriyama

FSK 18, 111 Minuten


Nach Reservoir Dogs, Pulp Fiction und Jackie Brown ist Kill Bill: Vol. 1 der vierte Film von Quentin Tarantino. Der Film ist eine Hommage an asiatische Martial-Arts-Filme, ein Genre, das der Regisseur liebt. Schon allein deshalb, fällt ein Vergleich zu seinen vorherigen Filmen sehr schwer.
Schon vorab sorgte der Film für Furore, da er anfangs zu lang war. Tarantino ließ sich nicht darauf ein, Szenen herauszuschneiden und man einigte sich auf eine Teilung des Filmes in zwei Hälften.
Dass Kill Bill nichts für zartbesaitete Gemüter ist, wird gleich am Anfang klar: Eine schwangere Frau (Uma Thurman) in einem Hochzeitskleid liegt neben 9 weiteren Opfern blutig auf dem Boden. Man sieht nur das Gesicht der "Braut" und hört eine Stimme, die auf sie einredet. Sie versucht noch zu sagen: "Bill, es ist dein Ba...", doch ehe sie den Satz zuende bringt, verpasst Bill ihr einen Kopfschuss. Danach erfolgt ein Schnitt, und die Braut lebt... Es stellt sich heraus, dass sie 4 Jahre im Koma lag, und nur noch bruchstückhafte Erinnerungen an ihre Hochzeit hat. Sie kann sich allerdings noch an die Personen erinnern, die für das Hochzeitsmassaker verantwortlich waren. Ein Rachefeldzug beginnt...
Der Film ist zeitlich nicht linear. Das erste Opfer der Braut, das man im Film sieht, ist bereits das zweite Opfer in der Handlung, was deutlich wird als sie den Namen auf ihrer Todesliste durchstreicht. Allerdings ist diese nichtlineare Darstellung nicht sehr kompliziert oder verwirrend.
Kill Bill zeigt sich wortkarger als die vorherigen Filme Tarantinos, was jedoch nicht heißt, dass es nichts zum Lachen oder zumindest Schmunzeln gibt. Es wird mehr Wert auf Action, in Form von Kampfszenen gelegt, die sich an das asiatische Kino anlehnen. Die Choreografien der Kämpfe sind nicht die allerbesten, aber dennoch gut. Vor allem der Kampf mit den "Verrückten 88" ist ein Highlight des Films. Hier wird eine Gewaltorgie geboten, die es im Mainstreamkino nicht häufig zu sehen gibt. Blut spritzt in übertrieben großem Maß, was dazu führt, dass diese Szene hauptsächlich in scwarz/weiß gezeigt wird. Ein stilistisches Mittel, das dem japanischen Publikum vorenthalten wird, da diese - nach Tarantino - mit solchen Bildern umgehen können. Eine Überraschung im Film bietet die Darstellung der Vergangenheit von O-Ren Ishii (Luci Liu). Dieser Teil wird ausschließlich gezeichnet im Anime-Stil dargestellt. Dieser Übergang gelingt sehr gut und passt in den Film.
Kill Bill hat nicht nur eine sehr schön anzusehene Kameraführung, sondern auch hervorragende Musikuntermalung. Den Anfang macht hier "Bang Bang" von Nancy Sinatra. Ein Lied, das gleich am Anfang gespielt wird und sehr gut passt. Selbst Tex-Mex-Musik zu einem Schwertkampf in Japan wird sehr gut in Szene gesetzt.
Ein Großteil des Filmes spielt in Japan. Tarantino gelingt es, diese Kultur ohne Klischees darzustellen. Japanische Sprache wird im Film ausschließlich untertitelt und nicht synchronisiert, was zu einer gewissen Authentizität führt und auch für eine kleine Dosis Slapstik japanischer Art ist gesorgt.
Die Schauspieler liefern eine gute Vorstellung ab. Man merkt, dass Tarantino die Rolle der Braut ausschließlich für Uma Thurman geschrieben hat. Positiv fällt der Charakter Go Go Yubari auf, der von Chiaki Kuriyama verkörpert wird. Eine Frau, die schon in sehr erfolgreichen japanischen Filmen mitspielte, wie z.B. Battle Royale oder Ju-on.
Kill Bill: Vol. 1 ist kein Film für die ganze Familie. Er bietet exzessive Gewaltdarstellung und ist teilweise sehr experimentell. Fans von Pulp Fiction dürfen keine Kopie erwarten. Wer den Film jedoch als Unterhaltung der etwas anderen Art sieht, der wird nicht enttäuscht. (t)


Bilder sind Eigentum und ©,®,™ des jeweiligen Studios.


Was macht ihr bei schlechtem wetter?
im bett bleiben
lesen
in die badewanne gehen
fernseh gucken
mit freunden in ner warmen ecke sitzen
musik hören
mit freund/in romatische stunden verbringen